Risikoklassen der KI-Verordnung: Wo steht Ihr System?
Die EU KI-Verordnung (EU AI Act) ordnet jedes KI-System einer Risikoklasse zu. Diese Einstufung entscheidet, welche Pflichten für Sie gelten. Sie ist damit die wichtigste einzelne technische und rechtliche Frage bei jedem KI-Projekt.
Für den Mittelstand ist die Einstufung gut machbar. Es geht weniger um juristische Feinheiten als um eine klare Beschreibung: Was macht das System, welche Daten verarbeitet es, und welche Entscheidungen beeinflusst es? Genau diese Fragen entscheiden über die Einordnung.
Die vier Stufen im Überblick
Die Verordnung kennt vier Risikostufen. Jede Stufe hat eigene Anforderungen, und die Abstände zwischen den Stufen sind deutlich. Genau deshalb lohnt die Einordnung: Sie entscheidet, ob Sie Dokumentation brauchen oder ein vollständiges Nachweisverfahren.
Auch innerhalb einer Stufe gibt es Erleichterungen, etwa für Systeme, die lediglich unterstützend wirken und keine Entscheidung vorbereiten. Diese Entlastung greift nur, wenn Sie sie dokumentieren und begründen können.
- Minimal: kaum zusätzliche Anforderungen
- Begrenzt: Transparenz und Information der Nutzer
- Hoch: umfassende Pflichten für Anbieter und Betreiber
- Unvertretbar: Verbot der Anwendung
Praxisbeispiele aus dem Mittelstand
Eine interne Wissenssuche, die Handbücher durchsucht und Antworten erzeugt, liegt im Bereich begrenzt. Nutzer werden informiert, der Anbieter dokumentiert die Funktion, mehr verlangt die Verordnung nicht.
Eine KI, die Bewerbungen vorauswählt, wäre hochriskant, weil sie den Zugang zu Arbeit beeinflusst. Ebenso hochriskant sind Systeme, die Kreditentscheidungen vorbereiten oder Diagnosen unterstützen. Diese Systeme brauchen ein Nachweisverfahren, und sie sind kein Selbstbau-Thema.
- Zweck des Systems in einem Satz beschreiben.
- Datenkategorien und Betroffenenkreis bestimmen.
- Entscheidungsspielraum der KI klären.
- Einstufung dokumentieren und im KI-Verzeichnis ablegen.
- Bei Unsicherheit fachliche Beratung einholen.
Was die Einstufung für die Technik bedeutet
Die technische Architektur folgt der Einstufung. Bei begrenztem Risiko genügt ein nachvollziehbarer Betrieb mit Protokollierung und klarer Kennzeichnung. Bei hohem Risiko kommen Anforderungen an Risikomanagement, Daten-Governance, menschliche Aufsicht und Robustheit hinzu.
Für die meisten Unternehmen liegt damit eine Frage auf dem Tisch: Wie belegen wir, was das System tut? Ein Betrieb auf eigener Hardware vereinfacht diesen Nachweis, weil Protokolle, Eingaben und Ausgaben im eigenen Haus bleiben und nicht erst bei einem Dienstleister angefordert werden müssen.
Je früher die Einstufung steht, desto kleiner wird der Prüfaufwand im Jahr der Einführung.
Einstieg mit lokal betriebener KI
Für Systeme der Klassen minimal und begrenzt ist der Einstieg mit einer lokalen Appliance unkompliziert. Der STRATRONIX STA-100 läuft ohne Cloud-Zugriff und offline, unterstützt Modelle wie Qwen2.5-72B, DeepSeek-V3 oder Llama und kostet €399 pro Stück.
Zehn Geräte kosten €3.990, ein Abo entsteht nicht, und die Hardware-Garantie beträgt zwei Jahre. Im Referenzprojekt im Shenzhen Luohu People's Hospital liefen 30 Geräte sechs Monate ohne ungeplante Ausfälle und sparten Ärzten 2,1 Stunden pro Tag.
Risikoklassen, Kennzeichen und Pflichten
| Klasse | Typisches Beispiel | Pflichten für Unternehmen |
|---|---|---|
| Minimal | Spam- und Filterfunktionen | kaum Pflichten, keine Meldepflichten |
| Begrenzt | Chatbot, interne Wissenssuche | Transparenz, Nutzerinformation, Dokumentation |
| Hoch | Personalentscheidung, Kreditprüfung | Risikomanagement, Konformitätsbewertung, Aufsicht |
| Unvertretbar | soziales Scoring, gezielte Manipulation | verboten, kein Betrieb erlaubt |
Häufige Fragen
Das Unternehmen selbst im Rahmen der Nutzung, beim Anbieter beim Inverkehrbringen. Entscheidend ist der konkrete Zweck und der Entscheidungsspielraum des Systems, nicht die technische Architektur allein. Ein mächtiges Sprachmodell im Backoffice bleibt in der Klasse begrenzt, während dasselbe Modell im Personalprozess hochriskant wird. Die Begründung sollte immer schriftlich festgehalten werden.
Eine zu niedrige Einstufung ist das größere Risiko, weil dann Pflichten fehlen. Prüfen Sie die Beschreibung des Anbieters sorgfältig und lassen Sie offene Fragen fachlich klären. Die Einstufung gehört zudem in ein internes Verzeichnis, damit sie bei Änderungen am Einsatz überprüft werden kann. So verhindern Sie, dass ein erweitertes Einsatz unbemerkt in eine höhere Klasse rutscht.
In der Regel ja, er liegt im Bereich begrenzt. Erwartet werden eine Information der Nutzer, dass sie mit einer KI sprechen, sowie eine Dokumentation beim Anbieter. Zusätzliche Anforderungen entstehen erst, wenn das System Entscheidungen mit Rechtswirkung vorbereitet oder Personen systematisch bewertet. Für einen internen Assistenten genügt meist ein sichtbarer Hinweis in der Oberfläche.
Der STA-100 kostet €399 pro Stück, im Zehnerpaket €3.990 (10 Stück), ohne laufende Abo-Kosten. Die Installation dauert 8–10 Minuten, und die Hardware-Garantie beträgt zwei Jahre. Cloud-KI rechnet dagegen je Nutzer und Monat ab, womit die Rechnung über die Nutzungsdauer deutlich steigt und die Investitionsrechnung langfristig geklärt werden kann.
Weiterführende Seiten
- Leitfaden KI-Einführung
- Blog: EU AI Act Compliance Deutschland 2026
- Produktseite AI Agent Appliance
- Anwendungsszenarien
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